Stadtbibliothek
clp

Öffnungszeiten
der Stadtbibliothek Eschwege
Am Mühlgraben 1
Tel.: 05651-6215

Mittwoch 09:30 - 13:00
Dienstag 15:00 - 18:00
Donnerstag 16:00 - 19:00
Freitag 15:00 - 18:00
Samstag 09:30 -12:00

Bild Stadtbib

Da die Stadtbibliothek noch nicht über eine eigene Homepage verfügt, machen wir an dieser Stelle gern etwas Werbung für unsere Partnerbibliothek:

Seit 1982 können Sie eine umfassende Auswahl an Medien in den Räumen der Schlossmühle ausleihen.
Über 30.000 Bücher, Spiele, Zeitschriften, DVDs und CDs stehen Ihnen zur Verfügung. Vom Lese-Lern-Spiel für die ganz Kleinen bis zu besonderen Angeboten für Senioren, in der Stadtbibliothek ist für jeden etwas dabei.

Zwei Leserauskunftsplätze geben Ihnen Gelegenheit, sich über vorhandene Medien zu informieren. Bei Fragen beraten wir Sie gerne persönlich und geben Ihnen Auskunft über Medien, die in der Stadtbibliothek laufend neu erworben werden.

Wir bieten weiterhin an:

Bei uns sind folgende Medien im Angebot:

E-Mail: Bibliothek@eschwege-rathaus.de

Zum Onlinekatalog der Stadtbibliothek




4.05.2002

20 Jahre Stadtbibliothek in der Schlossmühle

 

Begrüßung

Vor 20 Jahren

Funktion der Bibliothek

Statistiken

Der Erfolg hat viele Väter und Mütter

Finanzen

Ausblick

 

 

 

Begrüßung

Meine sehr geehrten Damen und Herren, zu unserem 20 jährigen Jubiläum in diesen Räumen möchte ich Sie alle ganz, ganz herzlich begrüßen. Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind. Eigentlich hätten wir die Stadthalle mieten müssen, damit alle, die uns in den vergangenen 20 Jahren unterstützt haben, Platz finden. Aber in Zeiten knapper werdender Mittel war uns dies leider nicht möglich. Wir wollten trotz oder gerade deshalb dieses Datum nicht einfach vorübergehen lassen, ohne es entsprechend zu würdigen.

Sie alle haben in irgendeiner Weise damit zu tun, dass ich heute sagen kann, wir haben allen Grund sehr, sehr stolz auf unsere Bibliothek zu sein.

Vor 20 Jahren

Ich selbst bin erst im Oktober 82 nach Eschwege gezogen und habe dann das reichhaltige Angebot der Bücherei für mich und meine Kinder entdeckt. Beim Umzug aus der Stadthalle hierher waren die damalige Leiterin Frau Höch, Frau Siebert, Frau Stiede und Frau Wöhrmann beteiligt. Frau Schott und Frau Hilger haben von Beginn an hier in diesem Haus gearbeitet. Ich freue mich immer darüber, wie sehr Sie Frau Höch und Frau Siebert auch nach Ihrem Ausscheiden Anteil an der Entwicklung dieser Einrichtung nehmen. Auch Frau Hilger hält weiterhin Kontakt zu unserem Haus und seit einigen Monaten kann man ihre selbstgemalten Bilder bei uns bewundern.

Auch Sie, Herr Sadowsky, waren vor 20 Jahren bereits Dezernent der Kulturabteilung und haben den Umzug in dieses Gebäude und die Arbeit in der Bibliothek in den vergangenen 2 Jahrzehnten immer sehr unterstützt.

Funktion der Bibliothek

Unstrittig sind Bibliotheken die meistbesuchten kommunalen Einrichtungen im Bereich Kultur, mit Besucherzahlen von denen andere Kultureinrichtungen nur träumen können. Wir sind ein wichtiger Teil der kulturellen Infrastruktur in dieser Stadt. Der Zugang zu Medien aller Art und der kompetente Umgang mit Ihnen gewinnt für die Bürgerinnen und Bürger zunehmend an Bedeutung. Die Nachfrage nach Medien zur Unterhaltung wird immer größer. Der Bedarf an Information in Ausbildung, Beruf und Freizeit steigt ständig, weil die Anforderungen an den einzelnen einem ständigen Wandel unterliegen.

Jeder hat in unserem Land ein im Grundgesetz verbrieftes Recht, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten und daraus eine eigene Meinung zu bilden. Dieses Grundrecht ist für unsere Demokratie enorm wichtig.

In der heutigen Medien- und Informationsgesellschaft wird es für den einzelnen immer schwieriger, sich eine Übersicht über alle Angebote zu verschaffen, geschweige denn, sie zu bewerten und zu nutzen. In den kommenden Jahren wird sich meiner Meinung nach herausstellen, dass nicht alle Menschen Zugang zum Internet haben werden, was eine Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen bedeuten wird.

In unserm Haus geht es um Lernen, Umlernen und Dazulernen. Die Leserinnen und Leser suchen bei uns Rat und Lebensorientierung. Hierher kommen Menschen aus allen Altersstufen, allen sozialen Herkunftsbereichen, Menschen vielfältiger Nationalitäten und unterschiedlicher Lebensstile.

Wir verstehen uns als eine Einrichtung, die Kinder von klein auf bei der selbstverständlichen Nutzung von Medien unterstützt. Die Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte, den Kindergärten und vielen, vielen Schulklassen in Form von Vorträgen, Führungen, Bücherkisten und Lesenächten, etc. steht für diese Arbeit.

Die Pisa-Studie, die zur Zeit in aller Munde ist, hat gezeigt, dass es bei Kindern und Jugendlichen oftmals an Lesekompetenz fehlt. Das heißt, dass die Fähigkeit, geschriebene und gesprochene Sprache zu entschlüsseln, und insbesondere längere und komplexe Texte aufzunehmen und zu verstehen, fehlt. Nur wer dies beherrscht, kann sich auch andere Wissensbereiche erschliessen. Außerdem gibt es eine Verbindung zwischen Lesen können und sozialer und emotionaler Kompetenz, die wir in unserer Gesellschaft so dringend brauchen. Eine multimedial ausgestattete Bibliothek bietet den Kindern die Möglichkeit, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern all diese Medien, die inzwischen selbstverständlich zu unserem Leben gehören, nutzen zu können. Die Stadtteilbücherei der Anne-Frank-Schule ist ein gelungenes Beispiel hierfür.

Für Eschwege als Mittelzentrum ist die Bibliothek als Teil der kulturellen und sozialen Infrastruktur unverzichtbar. Sie ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschafts- und Standortfaktor in der Region.

Statistiken

Anläßlich eines solchen Ereignisses stellt man viele Zahlen in Form von Statistiken zusammen. Der Computer macht es einem ja heutzutage sehr leicht, dies zu tun. Ich möchte Sie nicht mit Zahlen quälen, die Sie anschließend ohnehin wieder vergessen werden, aber dennoch möchte ich nicht ganz darauf verzichten, denn sie bieten uns die Möglichkeit, das Erreichte zu erfassen: Der Medienbestand hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt . Wir sind mittlerweile bei ca. 30.000 Medien angekommen. Beeindruckender ist, dass wir im Jahr 2001 mehr als 4 ½ mal so viel Ausleihen hatten wie 1982, nämlich knapp 75.000.

Im Jahr 2001 waren ca. 35.000 Besucher an knapp 300 Tagen hier im Haus. Nicht alle kommen, um Medien auszuleihen, sondern viele um etwas nachzuschlagen, aufzuschreiben, zu kopieren oder einfach um sich hier aufzuhalten und zu lesen. Im Jahr 2000 gab es dafür 3 mal so viele Öffnungsstunden wie 1982, die wir im vergangenen Jahr aus Kostengründen leider reduzieren mussten. Der Freitag als Öffnungstag wurde im Mai 2001 gestrichen. 350 Bücher, die bei uns nicht vorhanden sind, wurden 2001 per Fernleihe aus anderen Bibliotheken besorgt und unseren Leserinnen und Lesern zur Verfügung gestellt.

Man hat ja in diesen Zeiten des Sparens fast den Eindruck, dass man sich dafür rechtfertigen muss, warum es einen überhaupt gibt und warum man dann auch noch so viel Geld kostet. Wir kosten die Stadt Eschwege etwa genau soviel wie die Sportförderung oder die Spielplätze in dieser Stadt und ca. halb so viel wie beispielsweise der Fremdenverkehr. Wobei ich nichts über die Bedeutung dieser eben Genannten gesagt haben möchte. Nicht das dies falsch verstanden wird.

Ebenso wie soziale Aufgaben erzeugt Bildungsarbeit niemals Defizit, sondern ist erforderlich, um gemeinschaftliche Werte jenseits der monetäre Betrachtung zu sichern und zu entwickeln. Bildung ist immer Investition in die Zukunft und vielleicht auch soziale Prävention.

Der Erfolg hat viele Mütter und Väter

Es braucht aber auch engagierte Mitarbeiterinnen, die die Bibliothek nicht nur als bloßen Arbeitsplatz begreifen, sondern die in der Regel mit Freude und Engagement dabei sind. Heute ist der Tag, mich dafür einmal bei Ihnen zu bedanken. Es gab in den vergangenen Jahren sehr sehr viele Veränderungen und die Mitarbeiterinnen waren immer aufgeschlossen. Auch die anfänglich große Hürde, die Einführung von Computern, wurde vor knapp 10 Jahren gut genommen.

Seit einigen Jahren, mit ständig steigenden Ausleihzahlen, sind wir ohne ehrenamtliche Helferinnen nicht mehr ausgekommen. Ohne sie wäre der Betrieb in seinem momentanen Ablauf nicht mehr möglich. Auch hier ein herzlicher Dank.

Finanzen

Ohne Finanzen ist keine gute Bibliotheksarbeit möglich. Der Kämmerer, Herr Sadowsky, der Magistrat und die Stadtverordneten haben in den vergangenen 2 Jahrzehnten die Wichtigkeit dieser Einrichtung anerkannt und die Grundlage geschaffen, das Angebot immer weiter auszubauen. Hierfür möchte ich mich am heutigen Tage bedanken.

Auch bei der Staatlichen Büchereistelle, heute vertreten durch Frau Clemens, möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Denn auch dort ist unsere Arbeit gewürdigt worden und folglich erhielten wir fast jedes Jahr finanzielle Unterstützung seitens des Landes Hessen, wenn die Stadt durch ihre Mittel signalisierte, dass ihr die Bibliothek wichtig ist.

Erwähnen möchte ich auch die intensive Unterstützung durch die wechselnden Amtsleiter Herrn John, Herrn Krüger und Herrn Adam und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie die anderen Ämter der Verwaltung, die uns in den verschiedensten Bereichen unterstützt haben. Stellvertretend sei heute die EDV-Abt. genannt, die uns nicht nur in Notsituationen immer hilfreich zur Seite gestanden hat.

Last but not least sind für den Erfolg der Bibliothek die wunderschönen Räumlichkeiten verantwortlich, die genug Platz bieten die Medien aufzustellen, aber auch die Besucher einladen zu verweilen, zu schmökern und manches zu entdecken, wonach sie vielleicht ursprünglich gar nicht gesucht haben.

Ausblick

Nach einem Rückblick und dem Innehalten bei dem Erreichten, möchte ich auch den Blick in die Zukunft richten.

Zum einen sind wir als Bibliothek aufgefordert, uns den veränderten Bedingungen zu stellen. Die Bibliothek muss Schwerpunkte inhaltlicher Art setzen. Außerdem müssen zusätzliche Finanzmittel erschlossen werden. Wir haben in den letzten Jahren bereits durch die Beschäftigung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und eines ständigen Bücherflohmarkts in unserem Haus begonnen, in diese Richtung zu gehen.

In diesem Jahr muss eine neue Leseordnung verabschiedet werden, die den Entwicklungen der letzten Jahre Rechnung trägt und die Nutzer in einer angemessenen Art und Weise an den Kosten beteiligt. Sicher wird es von Seiten der Leserinnen und Leser eine große Bereitschaft geben, dies mitzutragen.

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir durch massive finanzielle Einschnitte den Standard drücken, die Öffnungszeiten reduzieren und gleichzeitig die Leser zur Kasse bitten. Erfahrungen anderer Bibliotheken zeigen, dass die Akzeptanz bei den Lesern dadurch deutlich zurückgeht.

Das bedeutet, dass zum anderen die Politik gefragt ist, finanzielle und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen, die es uns ermöglichen, den erreichten Standard zu halten und wir benötigen Planungssicherheit. Wenn wie in diesem Jahr geschehen, der Haushalt erst Anfang März beschlossen wird und es dabei zu drastischen Kürzungen kommt, ist es für unser Haus nicht möglich, konzeptionell zu arbeiten, weil wir in einer solchen Situation nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren können.

Die Bibliothek ist kein Selbstzweck, sondern es geht um die Leserinnen und Leser quer durch alle Jahrgänge, die das Angebot benötigen und wie die Zahlen zeigen auch nutzen.

Brigitte Leonhäuser
Leiterin der Bibliothek